100 Jahre Frauenstimmrecht
Eine Wanderausstellung durch die Bibliotheken.
Eine Ehrung der Frauen, die mit der Feder kämpften, durch Kunst.
Der Name „Suffragetten“ wird abgeleitet von Englisch: suffrage; Französisch: le suffrage, was Stimmrecht bedeutet. Es bleibt umstritten, ob auch die deutschen und österreichischen Frauen, die für dasselbe Recht kämpften, „Suffragetten“ genannt werden dürfen, oder aber nur die Engländerinnen, die den Kampf begannen und aufs Äusserste gingen. Nach Verständigung mit der Leiterin des Frauengeschichtsvereins Irene Franken versehen wir den Begriff „Suffragette“ hier mit Fragezeichen.
Wir benutzen diesen Namen dennoch zu Ehren unserer deutschsprachigen Persönlichkeiten und im Bewusstsein, dass wir der Engländerinnen auch mit Respekt gedenken – denn nur im Namen „Suffragette“ schwingen Klang und Flair!
England
Vor dem Ersten Weltkrieg hatten schon die Norwegerinnen und die Finninnen das Wahlrecht. In Deutschland erhielten Frauen 1918 den Zugang zur Wahl, in Österreich 1919. In England aber wurde 1918 nur einem Teil der Frauen das Wahlrecht gewährt. Gerade die englischen Frauen waren bereit gewesen, alles dafür einzusetzen, ihr Ansehen, ihr Familienleben, ihre Gesundheit, sogar ihr Leben. Diese radikal handelnden englischen Suffragetten bildeten die Avantgarde. Ihre Aktionen waren legendär.
Der Film von Sarah Gavrou „Suffragette“ – Taten statt Worte” zeigt am Beispiel der Wäscherin Maud, wie teuer sie persönlich für ein heute als selbstverständlich geltendes Recht zahlen mussten.
Deutschland und Österreich
Die deutschen und auch einige österreichischen Frauen waren nicht so tollkühn und griffen nicht zu den drastischsten Mitteln. Aber couragiert waren sie auch. Und klug: Sie setzten für ihr Ziel das Mittel der Sprache ein, in Rede und Schrift. Vor allem kämpften sie mit der Feder. Sie waren Schriftstellerinnen.
Weil wir uns künstlerisch auf Literatinnen beziehen, ist es konsequent, unsere Ausstellung durch Stätten des Buches wandern zu lassen.
Gerade die deutschsprachigen Suffragetten?? schrieben Zeitungsartikel, gaben Zeitungen heraus, schrieben Sachbücher, Essays, Novellen, Romane, Gedichte und auch Bühnenstücke. Daher wollen wir unsere Kunstwerke durch ihre Zitate ergänzen. Während der Vernissagen soll aus ihren Schriften gelesen werden, um durch die Gedanken dieser Schriftstellerinnen ihre Zeit wieder lebendig werden zu lassen.
Hier finden Sie eine Auflistung der Verfechterinnen des Frauenstimmrechts mit den Namen der Künstlerinnen von Forum Künstlerinnen, die sich mit deren Werk besonders beschäftigt haben und Arbeiten dazu geschaffen haben.
Anita Augspurg – Christa Klebor
Lily Braun – Marina Schulze
Hedwig Dohm – Sabine Rempp
Helene Lange – Eva Fuß
Helene Lange – Elsa Scherzer
Rosa Luxemburg – Rosa Treß
Marianne Hainisch – Karla Kreh
Rosa Mayreder – MAMU
Bertha Pappenheim – MAMU
Karoline von Perin-Gradenstein – Karla Kreh
Marie Stritt – Claudia Schmidt
Clara Zetkin – Renate Quast
Louise Otto-Peters – Barbara Ihme
Alle Suffragetten der Welt – Barbara Ihme
Die unbekannte Suffragette und ihre Schülerin – Marie Stern
2018
STUTTGART
Stadtbibliothek Stuttgart/Stadtteilbibliothek Stuttgart-Untertürkheim
Stadtbibliothek Stuttgart/Stadtteilbibliothek Stuttgart-Vaihingen
KIEL
Literaturhaus Schleswig-Holstein Kiel
Video zur Vernissage im Literaturhaus am 3. September
2019
HAMBURG
Bücherhallen Hamburg, Zentralbibliothek
WIEN
Hauptbücherei Wien/A
REUTLINGEN
Stadtbibliothek Reutlingen
STUTTGART
Gewerkschaftshaus Stuttgart (Willi-Bleicher-Haus)
2020
Durch die Coronakrise hat sich unsere Planung verändert – wir mussten geplante neue Termine absagen
Marie Stritt – Claudia Schmidt
1. Stritt, Marie, Das bürgerliche Gesetzbuch und die Frauenfrage, Vortrag, gehalten auf der Generalversammlung des Bundes deutscher Frauenvereine in Hamburg im Oktober 1898, Frankenberg i. Sa., 1898, S. 6
2. Foto von Marie Stritt
3. Text Paula Modersohn
4. Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris, um 1905; Öl auf Leinwand, 41×34 cm, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
5. Amrita Sher-Gil, Selbstportrait, 1931, Öl auf Leinwand, 55x46cm, Privatbesitz
6. Sheba Chhachhi, Akansha Hazari, Text „Emanzipation in Indien“ bei der Bundeszentrale für politische bildung, © by-nc-nd/3.0/Autor: Dorothea Riecker für bpb.de
7. Shamsia Hassani, Kunstprofessorin in Kabul, Street-Art-Künstlerin © shamsiahassani.com,https://de-de.facebook.com/shamsia.hassani, https://en.wikipedia.org/wiki/Shamsia_Hassani
8. Aus: Stritt, Marie, Weibliche Schwächen, Dresden 1892, S. 16
Hände mit Kartenspiel nach Bühne für die Oper Carmen der Bregenzer Festspiele 2017 von Es Devlin
Presse
Stuttgarter Wochenblatt, 11. April 2018
Wir bedanken uns für die Unterstützung unseres Ausstellungsprojekts bei: